Geschäftsübergabe

Geschäftsübergabe bei
Antennen Einert

In Manfred Einerts Garage entstanden die ersten Satelliten-Antennen für das „Tal der Ahnungslosen“

Ein Blick zurück bis nach 1986: Die Unzufriedenheit mit der Partei- und Staatsführung der DDR war gewaltig. Das Dresdner Elbtal litt zusätzlich unter mangelndem Empfang des Westfernsehens. Doch wenigstens dem wussten findige Köpfe in Weißig abzuhelfen: In einer Garage auf dem Einertschen Grundstück Bautzner Landstraße 260 wurde fieberhaft gearbeitet: Mit Kollegen baute Manfred Einert Eigenbau-Satelliten-Anlagen für das Elbtal. Der Bedarf war riesengroß. In den Jahren 1987/88 entwickelte sich eine kaum zu befriedigende Nachfrage. Für 150 Ostmark genehmigte die Post der DDR solche Anlagen auch für Privatkunden. Nur, woher nehmen? Hier kam Manfred Einert, Jahrgang 1953, ins Spiel. Als gelernter Karosseriebau-Facharbeiter handwerklich fit, hatte er sich beim Kombinat „RFT“ (Rundfunk- und Fernseh-Technik) zum Antennenbauer umschulen lassen und arbeitete bereits seit Ende der 70er Jahre im Antennenbau. Nun entstanden in seiner Garage „Satelliten-Schüsseln“ in Größen von 60 cm bis 1,50 m Durchmesser, letztere für Gemeinschaftsanlagen ganzer Wohnblöcke, insgesamt fünf verschiedene Formen. Das Rohmaterial dafür – Epoxid- oder Polyester-Harz –, gab es frei zu kaufen. Die äußere Form wurde einem eingeschmuggelten West-Modell mittels Gipsabformung abgerungen. Und die Elektronik mussten die Kunden sogar selbst besorgen – auch aus dem Westen!

Eine Goldgrube. Das Geschäft blühte, dieser Nebenjob weckte den Unternehmer in Manfred Einert. Winkte am Horizont schon die erste DDR-Mark-Million?

Leider nein. Denn die Wende kam: Jeder konnte danach Sateliten-Anlagen im Laden kaufen, die geniale Geschäftsidee war erledigt.

Doch nicht so ganz für Manfred Einert. Er machte sich selbstständig und ging den soliden Weg mit Eintragung in die Handwerksrolle Ende 1989 und Geschäftseröffnung schon am 1. April 1990. Aus der Weißiger Garage kommt ein Mann der ostdeutschen Gründergeneration. Er nutzte seinen Wissensvorsprung und konnte erfolgreich Verträge mit Wohnungsgenossenschaften zur Errichtung umfangreicher Antennenanlagen schließen. Es ging schnell aufwärts mit dem „Wende-Startup“. Heute betreuen Einerts sechzehntausend Kabelansschlüsse sachsenweit. Schwerpunkt ist Dresden geblieben. Bereits 1996 konnte das neue Wohn- und Geschäftshaus mit Büro-, Werkstatt- und Schauräumen für Rundfunk- und Fernsehtechnik gebaut werden. Zuletzt wurden zum 20-jährigen Firmenjubiläum 2010 die Verkaufsräume neu gestaltet.

Und Antennen-Einert bleibt kreativ: 2009 entstand als zweites Standbein die Firma „Multimedia-Verbundnetz Dresden GmbH“, die Internet- und Telefon-Produkte für Kabelverbindungen liefert. Über 10 Prozent der betreuten Kunden nutzen inzwischen diese Eigenentwicklungen aus dem Hause Einert, die „TI 30.000“ oder so ähnlich heißen. Derzeit wird an Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 mbit gewerkelt.

Am 1. Juli 2013 übernimmt nun Jens Einert, Jahrgang 1975, als Geschäftsführer das Steuer. Der gelernte Kommunikationselektroniker schloss an der Fachhochschule die Ausbildung zum „Techniker für Elektrotechnik“ ab.

Bereits 1996 stieg er in das Familienunternehmen ein und prägt es seit vielen Jahren als stellvertretender Geschäftsführer mit. Senior Manfred Einert bleibt der Firma als stellvertretender Chef weiter treu.

Jens Einerts Strategie für die Weiterentwicklung der Firma stellt den Kunden in den Mittelpunkt: An erster Stelle steht der bewährte Kundenservice – schnell und unkompliziert. Der neue Chef sieht die Vernetzung der Heimelektronik, besonders auch die Verschmelzung von Fernsehen und Internet, als eine Herausforderung der nächsten Jahre. Er wählt für das Sortiment bewusst besonders bedienungsfreundliche Produktmarken – zugeschnitten auf die Persönlichkeit des Kunden. Summa

Summarum: Die Beratungsqualität und die Präsenz vor Ort tragen gerade in technisch anspruchsvollen Bereichen wesentlich zur Zufriedenheit der Kundschaft bei. Wer statt zwei Fernsehprogrammen wie einst im „Tal der Ahnungslosen“ 120 deutsch­sprachige Fernseh- und weitere 100 Radioprogramme zwischen „Di­gital“ und „HDTV“ geräte­technisch und organisatorisch beherrschen will, hat zwingend Beratungsbedarf. Und wer mit dem häuslichen Hifi-Kabelwirrwar zwischen mehreren Gerätemarken und „drei plus x“ Fernbedienungen jetzt wieder unzufrieden ist, kann die Einerts erneut zu Hilfe rufen.

Holger Friebel

Unternehmen

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